Die Elna No. 1

 

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Als der spanische Ingenieur Ramon Casas nach dem Studium 1933 in sein Elternhaus zurückkehrte, begann er mit der Planung einer neuartigen Haushaltsnähmaschine mit Freiarm, eingebautem Motor und Nählicht und einem Transportkoffer, der gleichzeitig Anschiebetisch sein sollte. Es wird berichtet dass Casas diese Idee beim Besuch seiner Tante hatte, die in einer Korsettfabrik als Näherin arbeitete. Anfang 1934 war der Prototyp fertig, Mitte des Jahres erhielt Casas die ersten Patente. 1935 baute Casas mit Hilfe eines Freundes eine erste Vorserie.
Der Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges unterbrach die erfolgversprechende Arbeit Casas musste seine Heimat verlassen und konnte bald darauf in der Schweiz seine Entwicklung fortführen. 1936 gründete er mit Hilfe der Genfer Firma Elna die Holdingfirma Electrina in Monaco zwecks Verbesserung der neuen Nähmaschine und Erlangung der Weltpatente.
Als die ersten in Kleinserie gefertigten Elna-Nähmaschinen beim Publikum gut ankamen, schloss Casas 1940 einen Herstellungsvertrag mit der Firma Ateliers de Mecanigue de Precision Tavaro S.A. in Genf (Tavaro Zünder- und Uhrenfabrik gegründet 1934, Sitz in TAvannes, Besitzer VAraud = RO) Bald darauf sicherte sich die Tavaro alle Rechte an dieser Nähmaschine und die Mitarbeit Casas. Der Siegeszug der kompakten Elna begann - Ende 1940 waren über 250 000 dieser Nahmaschinen verkauft, erst zwei Jahre später war die Elna in Deutschland lieferbar.
In den Folgejahren war die Tavaro S.A. tonangebend in der Nähmaschinenentwicklung. Alle europäischen Fabriken mussten dem Elnatrend folgen, Bernina war dabei am schnellsten. Der gute Absatz zwang die Tavaro, weitere Fertigungsstätten in Sitten (1969) und Chevannes de Bogis (1973) zu bauen. Nach über zwanzig Jahren traf dann die Tavaro S.A. das Los fast aller anderen europäischen Nähmaschinenfabriken. Die Entwicklungskosten neuer Nähmaschinen überstiegen die finanziellen Möglichkeiten, der Abssatz stockte, Bügelmaschinen und Zahnbürsten konnten den Niedergang nicht aufhalten. Der Konkurs 1995 führte zum Verkauf der Firma.

("Alte Nähmaschinen", Peter Wilhelm, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2002)